
Die “Koordinierung von Aktivitäten im Bereich der integrierten Verkehrsplanung und des Verkehrsmanagements“ zählt zu den Kernaufgaben des Verbands Region Rhein-Neckar. Die integrierte Verkehrsplanung umfasst dabei die Einzelsysteme Straße, Öffentlicher Verkehr (ÖV), Güterverkehr, Luftverkehr und Fahrrad.
Die den Straßenplanungen zugrunde liegenden Verkehrsprognosen des Bundesverkehrswegeplanes 2004 (Basisjahr 1997 und Prognosejahr 2015) von plus 22 % im PKW- Verkehr und plus 80 % im LKW-Verkehr müssen nach gegenwärtigem Erkenntnisstand weit nach unten korrigiert werden: nach den Ergebnissen des deutschen Mobilitätspanels ist seit 1999 eine Stagnation im PKW-Verkehr sowie ein moderater LKW-Zuwachs von nicht mehr als 1 bis 2 % pro Jahr zu beobachten. Unter weiterer Berücksichtigung des demographischen Wandels und der Altersentwicklung in Gesamteuropa ist bis 2015 / 2020 noch mit einem leichten Anstieg der Verkehrsnachfrage und dann mit einem deutlichen Rückgang zu rechnen. Die Frage, wie der kurzfristig noch zu erwartende “Nachfrageberg“ in der Region Rhein-Neckar “untertunnelt“ werden kann, wird im Rahmen des neuen Regionalverkehrsplans Rhein-Neckar zu beantworten sein. Dabei wird insbesondere der Einsatz von „weichen“ Maßnahmen der Verkehrslenkung und -steuerung geprüft.
Weiterer dringlicher Handlungsbedarf ergibt sich aus der aktuellen Untersuchung des Verbandes zur Erreichbarkeit der Metropolregion Rhein-Neckar im Schienen- und Straßennetz.
Die Metropolregion Rhein-Neckar ist an das Fernverkehrsnetz der Bahn exzellent angebunden, wobei der Schienenschnellverkehrsverbindung Paris-Ostfrankreich-Südwestdeutschland – POS und der geplanten ICE-Neubaustrecke Rhein-Main / Rhein-Neckar besondere Bedeutung zukommt.
Auch die 2. S-Bahn-Ausbaustufe sowie die in den neuen Nahverkehrsplänen vorgesehenen Maßnahmen werden zu einer weiteren Verbesserung der Erreichbarkeitsqualität beitragen. Dennoch verbleiben auf der regionalen Maßstabsebene noch zahlreiche Erreichbarkeitsdefizite. Es wird daher in Abstimmung mit den ÖV -Aufgabenträgern zu prüfen sein, ob, und wenn ja durch welche Maßnahmen diese Mängel beseitigt werden können. Die 2. Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar wird durch flankierende Maßnahmen der Regionalplanung zu begleiten sein. Dazu gehört insbesondere die Förderung der punktachsialen Siedlungsstruktur, die verstärkte Siedlungskonzentration in den Haltestelleneinzugsbereichen der S-Bahn-Stationen, die Schaffung zusätzlicher, neuer S-Bahn-Haltepunkte sowie das vom Verband neu aufgelegte Ausbauprogramm P&R -und B&R -Anlagen an den S-Bahnstationen der Region Rhein-Neckar.
Bereits 1999 hat der Raumordnungsverband Rhein-Neckar unter Beteiligung der Häfen, der Deutschen Bahn, des Speditionsgewerbes, der Industrie- und Handelskammern und Vertretern der betroffenen Gebietskörperschaften eine Güterverkehrskonzeption erarbeitet. Diese muss jetzt aktualisiert und weiterentwickelt werden.
Die neue Netzkonzeption des Regionalen Radwegenetzes ist mit den Gebietskörperschaften abzustimmen. Sie wird flankiert durch ein Pilotprojekt zur einheitlichen Beschilderung.
Beim Luftverkehr in der Region Rhein-Neckar geht es insbesondere um den Erhalt und den weiteren Ausbau der bereits vorhandenen Verkehrslandeplätze.